Jason Wendt spricht über sein Startup Bierwerk

Vor einigen Jahren war Craft Beer in Deutschland noch unbekannt und ein India Pale Ale (IPA) zu finden war extreme schwer. In 2014 habe ich Freunde in Kanada besucht und dort die Vielfalt der Craft Beer Szene entdeckt. Ich war sofort begeistert. Aber was sollte ich tun, wenn diese Biere hier nicht zu kaufen waren? Da blieb mir nichts anderes übrig, außer mein eigenes Bier selbst zu brauen. Aber die Bierbrausets, die man online kaufen konnte, bestanden aus Sirups und großen weißen Eimern, die auf eine Braumenge von 30 Litern ausgelegt waren. Das war unpraktisch und hörte sich auch nicht so frisch an, wie ich es mir vorgestellt habe. Da ist die Idee zu Dein Bierwerk entstanden. Ich wollte ein kompaktes Bierbrauset entwickeln, das nur frische Zutaten benutzt und mit genau den Utensilien funktioniert, die sowieso jeder in der Küche hat.

Das daraus resultierende Braulab produziert über 7 Liter köstliches Bier und ist wiederverwendbar mit unserer wachsenden Auswahl an Nachfüllpaketen. Alles, was benötigt wird, ist im Braulab dabei, inklusive frisch geschroteten Malz, Hopfen und Hefe. Außerdem haben wir eine einfache Brauanleitung entwickelt, damit es für jeden leicht zu bedienen ist. Andere Anbieter erwarten, dass man zwei große Suppentöpfe besitzt (mind. 9l). Aber wer hat schon so etwas in der Küche? Wir haben unsere eigenen handgefertigten Maischesäcke entwickelt, damit man lediglich mit einem normalen Topf brauen kann. Wenn das Malz lang genug im heißen Wasser gestanden hat, kann der Beutel einfach entfernt werden, um das Malz und die Bierwürze zu trennen. Das spart Zeit, Platz und Geld.

Craft Beer ist derzeit voll im Trend. Wir gehen den nächsten Schritt und ermöglichen es Bierliebhaber eigenhändig mit frisch gemahlenem Malz, Hopfen und Hefe zu arbeiten, ein individuelles Bier zu brauen und es dann mit Freunden und Familie zu genießen. Unsere Kunden können auf ihr Bier stolz sein. Nicht nur, weil sie es selber gebraut haben, sondern weil es wirklich lecker schmeckt!

Im Oktober 2015 haben wir unser erstes Braulab verkauft und das Feedback von unseren Kunden ist äußerst positiv. Aber das war mit viel Arbeit verbunden. Als Einsteiger in die Start-up Szene war vor allem die Pre-Launch-Phase ein echter Kraftakt. Während ich tagsüber meinem Job in einer Agentur nachgegangen bin, habe ich mir die Nächte damit um die Ohren geschlagen den Online Shop zu bauen, das Packaging zu designen, die Getreidebeutel selbst zu vernähen und vor allem - Bier zu brauen. Ich denke, dass jede Person die ein Start-up gründen möchte, sehr schnell lernt, wie wichtig es ist flexibel zu sein. Es gibt eine Menge neuer Themen, die einem täglich konfrontieren. Ein Start-Up aufzubauen ist niemals leicht und es wird Situationen geben in denen man den Satz "Es gibt keine Probleme, sondern nur Herausforderungen." kaum mehr Glauben schenkt. Aber auch diese gilt es zu meistern, denn am Ende ist es das wert! Besonders, wenn man ein selbst gebrautes IPA am Ende des Tages genießen kann.