Der steinige Weg von BioCornflakeBox

Die Idee zu der heutigen BioCornflakeBox, früher Cornflakeland, kam bereits 2013. Der Weg dorthin war jedoch steiniger als erwartet.

Unsere Tochter isst für ihr Leben gern Cornflakes. Der hohe Zuckergehalt störte uns damals schon, doch die richtige Lösung kam erst später. Wir überlegten, wie man Cornflakes auch ohne viel künstlichen Zucker genießen kann und suchten uns zuckerfreie Cornflakes. Geschmacklich überzeugten uns diese nicht und gaben ein wenig Früchte dazu. Mit kalter Milch schmeckte diese Kreation sogar unserer Tochter. Die Idee reifte weiter und wir bestellten Muster, bis die Küche zugestellt war. Es wurde gemixt, gegessen und weiter getestet. Im Internet fanden wir solch eine Idee noch nicht. Wir setzten der Idee noch eine Idee drauf und legten unseren Fokus auf Bio. Alle Zutaten sollten in Bioqualität sein und möglichst unbehandelt. Keine künstliche Haltbarkeit verlängern, kein künstlicher Zucker und alles, soweit es geht aus regionalem Bezug.

Die Gründung eines Onlineshops für gesunde Biocornflakemischungen war beschlossen. Ich besuchte ein Gründerseminar und bekam durch die KfW das Gründercoaching. Mit einer Unternehmensberaterin arbeiteten wir fast ein Jahr am Businessplan und klapperten danach jede Bank in der Nähe ab. Leider wurden wir jedes Mal aufs Neue enttäuscht. Die Aussage war fast immer gleich. Der Markt ist nicht vorhanden und die Zahlen sind unrealistisch. Ich wollte es nicht glauben und war kurz davor die Sache ad acta zu legen, da eine Finanzierung aus eigener Kraft nicht zu stemmen war. Wie es der Zufall will, meldete sich über Xing ein potentieller Investor und nach einem entspannten Gespräch war ich überzeugt von ihm und seinen Ideen. Aber leider war ich, wie ich heute weiß, ein wenig naiv.

Er versprach eine hohe Investition gegen viel zu hohe Anteile. Ziel war es, nach ein paar Jahren die Anteile komplett wieder zu besitzen. Ich hatte freie Hand und konnte so endlich ein Büro beziehen, Ware bestellen, eine professionelle Internetseite erstellen und auf große Akquisetour gehen. Die große Tour durch Deutschland brachte ein paar Kunden, jedoch nicht die Masse. Das Geschäft dümpelte dahin und nach ca. 7 Monaten kamen die ersten Zweifel beim Investor. Er zahlte seine Summe, die er investieren wollte, nicht komplett und berief eine Gesellschafterversammlung ein. Er erklärte, wie er das Ruder rumreißen möchte und wieder schien alles gut zu sein.

Nach knapp 10 Monaten erreichte ich den Investor nicht mehr und bekam keine Antworten auf meine Mails. Danach flatterte nun eine Ausschlussklage ins Haus und es folgte sogar eine Betrugsanzeige seinerseits.

Ein Zufall verhalf mir dann zur Erleuchtung. Die Firma, welche die Internetseite bauen sollte, sagte mir, dass mein Investor dies bereits im Juni gestoppt hat. Eine Info an mich folgte nicht. Ebenfalls sagten mir diese Leute, dass mein Investor mich Dritten gegenüber schlecht darstellt. Dem Zufall sei Dank. Der Rechtsstaat konnte keine Beweise finden und noch nicht auffällige Personen scheinen einen gewissen Schutz zu genießen.

Nach langer Ruhe folgte plötzlich ein Anwaltsschreiben. Ich solle Schadensersatz zahlen für die verdorbene Ware etc. Wieder verblüfft nahmen wir nun mit dem Anwalt das Gefüge seiner Gesellschaft auseinander. Es wurde immer interessanter und immer undurchsichtiger. Mittlerweile ist er in seiner eigenen Firma auch nicht mehr tätig. Die Gegenseite zog die Klage plötzlich zurück und war seit dem nicht mehr gesehen.

 

Ich wollte mich von meiner Idee jedoch nicht abdrängen lassen und gründete 2015 die BioCornflakeBox. Durch Kooperationen gelang mir nun eine neue Webseite, ein neues Logo und viele Verkaufskanäle. Die neue Seite ist nun wesentlich professioneller und technisch besser ausgerüstet. Die Phase des Testens hatten wir schon hinter uns, so kamen professionelle Fotos sowie Beschreibungen zu den Produkten und konnten im Mai 2015 an den Start gehen. Der Verkauf explodierte nicht, jedoch gibt es schon Stammkunden, auf die wir stolz sind. Ein Listen in großen Supermärkten ist nicht bezahlbar, also gehen wir neue Wege. Mit Fitnessstudios haben wir den idealen Abnehmer gefunden. Gemeinsam mit den Gesundheitsberatungen der Studios kreieren wir eigene Biocornflakemischungen und labeln diese auf das Studio. Somit haben wir die Abnehmer und das Fitnessstudio hat eine eigene Marke gewonnen. Diesen Weg gehen wir noch nicht lang und er ist auch stark ausbaufähig. Doch die ersten Ergebnisse können sich sehen lassen. Ein weiteres Marketinginstrument, welches wir gern nutzen, sind Produktproben zu Gewinnspielen.

Wir haben auch einen großen Kooperationspartner gefunden, der allerdings erstmal noch geheim bleiben muss.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass jeder Gründer, der finanziell es nicht allein schafft, auf Banken verzichten kann. Sollte man Geld haben, braucht man keine Bank. Viel schafft man über Kooperationen. Hier ist jedoch wichtig, dass man genau absteckt, wer welche Leistung zu erbringen hat.

 

Investoren sind eine gute Lösung, doch sollte man genau schauen. Ein richtiger Investor setzt sich immer persönlich mit an den Tisch. Diesen zu finden ist schwer und meist nur durch Unternehmensberatungen zu realisieren. Doch wer Glück hat, sollte zugreifen und sich nicht unterbuttern lassen.