Gründer Stefan über das Bierlikör-Startup HEILAND

©www.bayern.by
©www.bayern.by

Wir sind Kay Thieme (28), Max (25) und Stefan (25) Hofstetter. Kay hat vor seiner Arbeit bei HEILAND als Hotelbetriebswirt gearbeitet. Er war aber auch schon in zahlreichen Sternerestaurants und in der Gastronomie im Ausland tätig. Max arbeitet immer noch als Fotograf und Grafiker beim Bayerischen Rundfunk und übernimmt die kreativen Aufgaben bei HEILAND in seiner Freizeit. Ich habe vor HEILAND Elektro- und Informationstechnik studiert. Nach meinem Abschluss bin ich dann direkt Vollzeit in unserer Firma eingestiegen.

Was ist HEILAND genau und wie sahen eure ersten Schritte aus, um HEILAND auf den Markt zu bringen?

©HEILAND/Max Hofstetter
©HEILAND/Max Hofstetter

Unser HEILAND ist ein Liqueur aus Doppelbock-Bier, Rum und Gewürzen. Wir stellen diesen in Handarbeit in unserer eigenen kleinen Manufaktur her. Er schmeckt sehr aromatisch nach Malz, Karamell, Schokolade und dunklen Früchten. Mit diesem Geschmacksbild haben wir ein absolut neues Produkt auf dem Spirituosenmarkt geschaffen. Es gibt zwar schon zahlreiche Bierliköre auf dem Markt. Diese waren aber meist ein Souvenirprodukt aus Brauereishops. Dort lag der Fokus nicht in der Perfektionierung des Geschmacks und des Designs. Das wollten wir ändern.

Unseren Vertrieb haben wir von Anfang an selbst gestaltet. Begonnen haben wir mit sehr kleinen Feinkost und Spezialitäten Händlern. Das Ganze hat sich ausgeweitet auf Concept Stores, Getränkefachmärkte und Spirituosenfachhändler. Die Gastronomie lief natürlich auch noch nebenher, war aber nicht unser Hauptfokus. Nachdem wir mit dieser Struktur sehr erfolgreich waren, sehen wir jetzt langsam, dass auch größere Händler auf uns aufmerksam werden und die Gastronomie einen größeren Stellenwert einnimmt. Das wird sich wohl im nächsten Jahr noch weiter entwickeln.

Welche Probleme musstet ihr nach eurer Gründung bewältigen?

©HEILAND/ Max Hofstetter
©HEILAND/ Max Hofstetter

Ich würde es weniger als Probleme ansehen, sondern als Lernfaktoren. Mein weiß am Anfang nicht (wenn man nicht aus der Branche kommt) wie der Markt tickt. Man muss erstmal lernen, welche Strukturen es in der Branche gibt und wie man mit welchem Vertriebszweig wie umgehen soll. Schließlich gibt es nicht nur den Einzelhandel als Absatzmarkt.

Dann kommen die typischen Lernprozesse der Bürokratie, sei es beim Zoll oder diversen anderen Anmeldungen.

Für uns war dann natürlich auch noch ein großer Lernprozess die Produktion unseres Liqueurs. Keiner von uns hatte vorher je mit solchen Gerätschaften zu tun gehabt. Da mussten wir Vieles lernen, aber mit der richtigen Motivation und ohne Scheu viele Fragen zu stellen, klappt das zum Glück. Beispielsweise haben wir mit der Fachhochschule Weihenstephan gute Freunde gefunden, mit denen wir uns austauschen können.

Könnt ihr anderen Gründern einen Rat mit auf den Weg geben?

©HEILAND/ Max Hofstetter
©HEILAND/ Max Hofstetter

Ein Tipp wäre wirklich, dass man Fragen stellen muss. Viele Leute haben das Wissen, was man braucht und man findet viele, die einem helfen wollen. Das hat uns wirklich viel gebracht.

Der zweite Tipp ist auf jeden Fall Fleiß. Es wird Themen geben, für die man sich wenig motivieren kann, aber da muss man einfach durch und muss vielleicht auch einmal einige Seiten lesen und recherchieren.

Als dritten Tipp kann ich auf den Weg geben, dass man sich vor Beginn gut informiert über den Markt. Man wird viele Fehler nicht machen und dadurch schneller ans Ziel kommen. Dazu gehört auch, dass man den Kunden ins Boot holt und schaut, ob es überhaupt einen Markt für das Produkt gibt.