gearo - Teures Film- und Fotoequipment ganz einfach und sicher (ver-)mieten

Maximilian Heere und ich, Paul Peeters, haben schon bei dem ersten Projekt während unseres Studiums an der Köln International School of Design zusammen gearbeitet. Neben dem Studium arbeiteten wir zusätzlich noch als freie Fotografen, Filmemacher und Motiondesigner, wodurch wir schon früh ein unternehmerisches Verständnis entwickelten. Gleichzeitig merkten wir – und das ist bei einer Unternehmensgründung wohl mit das Wichtigste – dass wir als Team gut funktionieren, uns ergänzen und uns auch immer wieder konstruktiv kritisches Feedback geben können.

 

Ursprünglich gründeten wir gearo noch während unserer Bachelorarbeit. Wir beide absolvierten ein Auslandssemester an der Parsons The New School for Design in New York und saugten dort den Startup-Gedanken auf. Zurück in Deutschland entschlossen wir uns, selbst eine Startup-Idee zu verfolgen – zunächst eben als Bachelorarbeit.

 

Die Idee hierzu kam uns, während wir einen freien Job als Filmemacher planten und uns Kameraequipment leihen wollten, dass wir nicht selbst besaßen. Immer wieder benötigt man unterschiedliches Equipment für unterschiedliche Aufträge, was eine Anschaffung von teuren Kameras und Objektiven nicht wirtschaftlich macht. Der klassische Verleih, auf den wir dementsprechend angewiesen waren, ist sehr teuer, häufig sehr schlecht zu erreichen und bietet keine große Auswahl an Equipment. Mit gearo möchten wir jedem die Möglichkeit geben, schnell und spontan an günstiges und gutes Equipment in seiner Umgebung zu kommen. Gleichzeitig ermöglichen wir so die Refinanzierung der Anschaffung von teurem Equipment.

Das Geschäftsmodell basiert auf dem Sharing-Gedanken. Das bedeutet, ein Equipmentbesitzer, der neben seiner beruflichen Tätigkeit als Fotograf oder Kameramann sein Equipment vermieten möchte, kann dies über unsere Plattform an andere Kreative tun – und das vollversichert!

 

Dabei ist die Plattform für alle Benutzer komplett kostenlos. Die einzigen Kosten entstehen in Form von einer Benutzungsgebühr in Höhe von 15%, die bei einer erfolgreichen Vermietung anfallen. So ist sichergestellt, dass Nutzer nur zahlen, wenn sie etwas verdienen. Gleichzeitig können sie sich so darauf verlassen, dass wir unser Bestes geben, erfolgreiche Vermittlungen herbeizuführen. Weitere Revenue-Streams sind mit Herstellerkooperationen geplant.

 

Die Versicherungskooperation mit der HDI ist neben der absoluten Spezialisierung der Plattform auf das Foto- und Filmsegment, der USP von gearo. Allgemeine Sharingplattformen bieten entweder einen sehr geringen Versicherungsschutz, einen Versicherungsschutz mit Selbstbeteiligung, oder gar keine Absicherung. Fotografen und Filmemacher sind sehr sicherheitsbewusste Menschen – bei Equipmentwerten von 2.000€ bis 100.000€ oder mehr auch nicht verwunderlich. gearo versichert daher jede Anmietung voll und ganz, auch bei Diebstahl oder Unterschlagung.

 

Des Weiteren haben wir eigens ein Rechnungsmanagementsystem für die Plattform entwickelt, um den Benutzern die Abwicklung der Vermietung steuerlich präzise und buchhalterisch so einfach wie möglich zu machen. Weitere Key-Features wie digitale Übergabe- und Rückgabeprotokolle, sowie ein spezieller Checkout-Prozess sollen den Vermietungsprozess so einfach wie möglich gestalten.

 

Gegenüber den klassischen Verleihern kann gearo mit der Dezentralisierung des Verleihgeschäfts, einem riesigen Equipmentpool und einer ständigen Verfügbarkeit punkten. Das gesuchte Equipmentteil könnte schon direkt eine Straße weiter vorhanden sein und die zeitliche Verfügbarkeit wird sofort überprüft. Gleichzeitig werden wertvolle berufliche und private Kontakte zwischen zwei Parteien hergestellt, die in der Kreativbranche von enormer Bedeutung sind. 

Mittlerweile arbeiten wir seit über einem Jahr an der Entwickelung, Konzeption, Ausarbeitung und Vermarktung der Software. Dies ist für uns beide ein absoluter Vollzeitjob, für den wir einige Monate lang auch 7-Tage Wochen hatten. Uns war schon recht früh während der Konzeption des Prototypen klar, dass wir nebenbei nicht wirklich noch einem „normalen Job“ nachgehen können. So waren wir auf ein Kapital angewiesen, mit dem wir Entwicklung, unsere eigenen Kosten und das Marketing bezahlen können.

 

Glücklicherweise stießen wir auf die von Moers GmbH, die von unserem Konzept und dem Team begeistert war und ein Investment im oberen 5-stelligen Bereich zur Verfügung stellte. Zur Generierung dieses Kapitals war natürlich ein umfangreicher Businessplan notwendig. In diesem hatten wir die Budgetierung der einzelnen Kanäle, also Entwicklung, Marketing, Personal und allgemeine Unternehmenskosten klar festgelegt. Nur so lässt sich auch wirklich ein überzeugender Pitch gestalten, da jeder Posten hinterfragt wird.

Die beiden Gründer Maximilian Heere und Paul Benedikt Peeters
Die beiden Gründer Maximilian Heere und Paul Benedikt Peeters

Eine der größten Schwierigkeiten für uns war es, einen geeigneten Programmierer zu finden, mit dem es auch auf einer langfristigen Team-Ebene funktioniert. Denn als gewisserweise „Tech-Startup“, sollte es auf der Techkompetenz- und Team-Ebene gleichermaßen funktionieren. Dabei ist es nicht verkehrt, häufiger den Programmierer zu wechseln, auch um unterschiedliche Meinungen und Herangehensweisen auszuprobieren. Wir sind mittlerweile beim dritten Entwickler und sind außerordentlich zufrieden mit der derzeitigen Zusammenarbeit.

 

Mit gearo sehen wir uns täglich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, mit denen wir zuvor noch nicht in Berührung gekommen sind. Max und ich sind beide Designer und haben kein klassisches BWL-Studium absolviert. Alle Fähigkeiten der Unternehmensführung, der Akquirierung von Startkapital, dem Schreiben von Businessplänen und auch der Personalführung haben wir uns selbst angelesen und beigebracht. Ich denke, dass der große Vorteil eines interdisziplinären Designers ist, sich sehr offen in verschiedene Aufgabenstellungen hineinzuversetzen, Probleme im Kern zu verstehen und kreative Lösungsansätze zu erarbeiten. Dabei sollte man sich gleichzeitig für Nichts zu schade sein und auch bereit sein, sehr viel Zeit zu investieren.