Mit der conichi-App kam man jetzt seinen Hotelbesuch optimieren

Ich hatte schon immer ein großes Bedürfnis Leuten neue Möglichkeiten zu bieten und so den Lebensstandard in unserer Gesellschaft zu verbessern. Mein erstes Unternehmen, die “Helping Hands Frankfurt”, welche Dienstleistungen wie Hundesitting, Babysitting und Kellnern an Studenten und Schüler vermittelte, gründeten ein Freund und ich gemeinsam mit 15 Jahren. Sowas gab es damals einfach noch nicht. Vor der Gründung von conichi absolvierte ich meinen Bachelor in Business Administration in Bath und an der Singapore Management University. Dabei hatte ich die Gelegenheit als Research Project Partner bei Google in Singapur zu arbeiten. Während meiner Zeit in Asien fiel mir auf, dass es dort noch viel mehr Liebe zum Detail gibt. Der Umgang mit Hotelgästen ist persönlicher, freundlicher und individueller. Deutschland hinkt in dieser Hinsicht hinterher. Mit diesen Eindrücken kam ich zurück und war fest entschlossen, frischen Wind in die Hotelbranche und Gastronomie zu bringen, um ein besonderes, neuartiges Gästeerlebnis zu schaffen. 

Für die komplette Integration unserer Software beanspruchen wir von den sogenannten Smarthotels 1-2 € pro Monat pro Zimmer. Der genaue Preis hängt dabei von der Größe des Hotels ab. Zudem ist conichi ein SDK, das heißt, wir können unsere Lösung gestückelt oder ganz in andere Apps integrieren. Wie conichi funktioniert? Der Hotelgast erstellt sich über die App ein Profil. Dieses wird dann beim Betreten des Hotels über einen Beacon (Bluetooth-Sender) erkannt und auf ein iPad an der Rezeption übertragen. Dort erscheint das digitale Profil des Gastes und persönliche Zimmerwünsche, wenn dies zuvor angegeben wurde. So kann der Gast persönlich begrüßt werden und wertvolle Zeit sparen, denn der vorgedruckte Meldeschein muss nur noch unterschrieben werden. Nicht nur unsere Check-in Lösung ist fortschrittlich, auch die Zimmertür kann der Gast mittels Smartphone mit conichi öffnen. Am Tag der Abreise kann der Gast über die App bezahlen und bekommt die digitale Rechnung automatisch per Mail zugeschickt. Schlussendlich kann der Gast einfach aus dem Hotel spazieren, ohne unnötige Zeit beim Check-out zu verschwenden. Alles in allem ermöglichen wir Hotelgästen ein persönlicheres, nahtloses Erlebnis und sparen in wichtigen Momenten wertvolle Zeit.

conichi ist nur dann ein Mehrwert für viele Reisende, wenn es in so vielen Hotels wie möglich verfügbar ist. Daher war der Gedanke immer der, ein großes Netzwerk an Smarthotels zu schaffen. Da man durch die App zum einen wertvolle Zeit beim Ein- und Auschecken sparen kann, und zum anderen geschäftliche und private Ausgaben ganz einfach trennen kann, ist das Angebot vor allem für Geschäftsreisende von großem Interesse. Wiederum können Firmen durch die digital versendeten Rechnungen ihrer Mitarbeiter Verarbeitungsprozesse signifikant beschleunigen und so einen Haufen Geld sparen. Diese Vorteile haben wir dann auch gegenüber Unternehmen zum Ausdruck gebracht und konnten so mittlerweile extrem spannende Partnerschaften mit mehreren DAX30 Firmen schließen. Im Bezug auf die Suche nach Investoren hatten wir zu Beginn - wie die meisten anderen Startups - einen schweren Stand. conichi ist die Art von Innovation, die alteingesessene Strukturen grundlegend verändert und einen neuen Standard ermöglicht. Für viele Geldgeber war dies ein zu gewagter Schritt und passte nicht so recht ins Portfolio. Nach insgesamt 200 Absagen zahlte sich die Hartnäckigkeit und feste Überzeugung aus als ich Tobias Ragge, den Geschäftsführer des Hotelportals HRS, auf einem Event kennenlernte. Dieser war überzeugt von unserer Vision, dass der Gast wieder in den Mittelpunkt gestellt wird, und hat uns mit einem hohen siebenstelligen Betrag unterstützt. Einerseits wurde unsere Software in die HRS App integriert und gab uns mit einem Schlag eine Reichweite von 23 Millionen potenziellen Nutzern. Andererseits konnten wir mit dieser dringend benötigten Finanzspritze unser Team in wichtigen Bereichen wie IT und Sales erweitern und in ein tolles, eigenes Office mitten in Kreuzberg ziehen. 

Maximilian Waldmann (CEO & Founder) und Frederic Haitz (COO & Co-Founder)
Maximilian Waldmann (CEO & Founder) und Frederic Haitz (COO & Co-Founder)

Eine der größten Schwierigkeiten bestand darin, Hotels davon zu überzeugen, dass unsere Technologie Rezeptionisten nicht ersetzen, sondern sie in ihrer täglichen Arbeit unterstützen soll. Unter anderem hilft unsere Technologie, sie zu entlasten, wenn viele Gäste an der Rezeption warten. Darüber hinaus können Mitarbeiter noch mehr auf die Wünsche der Gäste eingehen, da ihnen anhand der angegebenen Präferenzen deutlich mehr Informationen zur Verfügung stehen. Im Endeffekt verstehen Hotels mittlerweile, dass unsere Software dazu dient, alltägliche Prozesse zu optimieren und gleichzeitig Gäste mit dem angebotenen Service zufriedener sind. Entscheidend beim Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens ist es, zu 100% überzeugt von seiner Idee zu sein und diese Begeisterung an seine Mitarbeiter zu übertragen. Diese absolute Überzeugung hat uns die nötige Kraft gegeben, unseren Weg immer weiter zu gehen, trotz einem Jahr voller Absagen möglicher Geldgeber. 

 

Interview mit Maximilian Waldmann (CEO & Founder)