myboshi - Ein Marktplatz für Kreative und solche, die es werden wollen

Interview mit myboshi Geschäftsführer Thomas Jaenisch
Interview mit myboshi Geschäftsführer Thomas Jaenisch

Felix und ich nahmen 2009 an einem studentischen Austauschprogramm für Skilehrer in Japan teil. Es verschlug uns in ein sehr abgelegenes und einsames japanisches Ski Resort. Von der üblichen Skihüttenromantik war dies weit entfernt und so mussten wir uns etwas einfallen lassen, um die Abende zu gestalten. Eine spanische Kollegin brachte uns schließlich das Häkeln bei.

 

Gehäkelt haben wir eigentlich mehr aus Jux und um uns die Zeit zu vertreiben. In Tokio liefen uns dann zwei Australier über den Weg. »Hey guys, your beanies are cool. How much do you want for it?« Wie viel wir für unsere Mützen haben wollen? Darüber hatten wir noch nie nachge­dacht. Für die ersten beiden Boshis haben wir nicht mal den Materialpreis bekommen. Aber es hat uns doch schon ziemlich stolz gemacht.

 

Wir sind mit unseren neuen australischen Freuden schließlich noch in eine japanische Kara­oke Bar gegangen. Nach einem Fingerhut voll Sake, verwandelte sich die anfängliche Schnapsidee dann in eine handfeste Geschäftsidee. Als sich diese am nächsten Morgen, nach etlichen Tassen Kaffee, noch immer nicht in Luft aufgelöst hatte, beschlossen wir, es mit den Boshis zu versuchen und sicherten uns in einem Internet Café die Domain: www.myboshi.net.

 

Zurück in Deutschland haben wir dann am 01. März 2009 die Felix Rohland, Thomas Jaenisch GbR gegründet. Damit war myboshi geboren. Am 03. März haben wir unsere erste Boshi in Deutschland verkauft.

myboshi ist mittlerweile eine Do-It-Yourself Plattform, die eigene Wollarten, Zubehör und tau­sende kreative Anleitungen und Ideen vertreibt. Die über tausenden kreativen Anleitungen stammen aus der Feder der hauseigenen myboshi-Designer und darüber hinaus von über 100 Anleitungsdesignern, die selbstständig arbeiten. So kann myboshi seinen Fans täglich neue DIY-Ideen zum Nachmachen bieten. 

 

Wir haben quasi ohne Startkapital oder Investor gegründet. Immer wenn wir etwas verdient hatten, haben wir dieses Geld neu investiert. Ansonsten hatten wir zu Beginn nur unser Er­spartes und das, was uns unsere Eltern geliehen haben, um schließlich unsere erste Website zu finanzieren.

 

Das große Problem bei uns war eigentlich das schnelle Wachstum. Da wir immer mehr Kunden haben und immer mehr Geschäftszweige entwickeln, hat unsere Organisation nicht dem Ar­beitsaufwand standgehalten. Gelöst ist diese Herausforderung glaube ich nie, aber mit einer stetigen und guten Kommunikation werden die Schwierigkeiten gemildert. 

Unsere Tipps

Tipp 1: Man sollte nie anfangen zufrieden zu sein oder zu denken, dass man angekommen und das Business ausgereift ist. Vollkommene Zufriedenheit mit der Leistung des eigenen Un­ternehmens ist der Anfang vom Ende. Nicht zu verwechseln mit einer positiven Grundeinstel­lung – denn die ist enorm wichtig!

 

Tipp 2: In jedem Unternehmen gibt es täglich neue Herausforderungen. Bei der Lösung dieser sollte man sich fragen: „Gibt es eine 2-Minuten-Lösung?“ Also wie kann ich das Problem schnell und effizient lösen und die Situation jetzt gleich besser zu machen, ohne mich in ir­gendwelchen Jahresplänen und Optimierungsprozessen zu verlieren.

 

Wir würden relativ wenige Sachen anders machen. Im Nachhinein würden wir früher damit anfangen uns zu spezialisieren. So wäre unsere Internetplattform myboshi.net vielleicht schon früher zu dem geworden, was sie heute ist. Ein Marktplatz für Kreative und solche, die es werden wollen.