Little Sun - wenn aus Kunst und Solarenergie ein Social Business wird

Die Ideeentstehung

CEO Felix Hallwachs © Little Sun
CEO Felix Hallwachs © Little Sun

Little Sun wurde gegründet von dem Künstler Olafur Eliasson und dem Solaringenieur Frederik Ottesen. Weltweit gibt es 1,1 Milliarden Menschen ohne Zugang zu zuverlässigen Stromquellen – sie sitzen entweder nach Sonnenuntergang im Dunkeln oder nutzen teure und gesundheitsschädliche Petroleumlampen. Olafur und Frederik wollten das ändern und dafür sorgen, dass vor allem Kinder abends sauberes Licht zu Lesen und Lernen haben. Als das Projekt 2012 gestartet ist, hab ich bereits bei Olafur im Studio gearbeitet und fand den Einfall, Solarenergie und Kunst zu verknüpfen großartig. Mit unserer Idee für eine kleine nachhaltige Licht- und Energiequelle für die Hand und Hosentasche wollen wir Menschen überall auf der Welt für Solarenergie begeistern und so auf das Thema Energiezugang aufmerksam machen. 

Das Produkt

Wir haben gerade zwei Produkte auf dem Markt: eine Solarlampe und ein Solarladegerät. Little Sun Original spendet Licht im Dunkeln – nach fünfstündigem Aufladen in der Sonne kann die Lampe bis zu 50 Stunden leuchten. Man kann sie im Haus oder Garten als stromsparende Lichtquelle nutzen oder mit auf Reisen nehmen. Bei Campingurlauben oder auf Festivals ist sie besonders praktisch.

 

Little Sun Charge lädt zusätzlich noch Smartphones auf. Jeder kennt das Problem, unterwegs mal einen leeren Akku zu haben. Den Charge muss man nur 7,5h in der Sonne aufladen und damit bis zu zweimal sein Handy laden zu können. Das Besondere am Projekt ist vor allem unser Geschäftsmodell. Little Sun ist ein Social Business. Jede verkaufte Little Sun ermöglicht es uns, das gleiche Produkt zu unseren Partnern nach Afrika zu bringen. Dort bilden wir junge Unternehmer aus, die mit dem Verkauf der Lampen ihren Lebensunterhalt finanzieren. Gleichzeitig bringen sie bezahlbare Solarenergie in ihre Dorfgemeinschaften, wo Licht gebraucht wird, um abends Hausaufgaben zu machen und Geschäfte länger offen zu halten. Little Sun Charge bzw. Solarladegeräte im Allgemeinen sind dort im Alltag extrem wichtig, da das Handy das wichtigste Kommunikationsmittel ist, um mit Familie und Geschäftspartnern in Kontakt zu bleiben, aber auch für Geldtransfers und Internetzugang. Unser soziales Geschäftsmodell verbindet also Menschen rund um den Globus. Mittlerweile haben wir schon eine halbe Million Little Suns verkauft – die Hälfte davon in Regionen ohne Strom in Afrika. Zudem machen wir mit Projekten und Workshops regelmäßig auf die Bedeutung von Energiezugang aufmerksam. Durch unseren künstlerischen Ansatz versuchen wir so, das Thema greif- und fühlbar zu machen.

Partner und Investoren

Wir sind auf Partner angewiesen - alleine sind wir machtlos, aber zusammen sind wir stark. Vom ersten Tag an haben wir mit Freunden und inspirierenden neuen Bekannten (späteren Freunden) gearbeitet. Ohne unser Netzwerk an Partnern säßen wir noch immer im Studio und hätten 10 Lampen hergestellt, statt bereits 500.000 in die Welt gebracht zu haben.Außerdem arbeiten wir mit einem Impact Investment in Höhe von 5 Millionen USD. Das Geld stellte uns Bloomberg Philanthropies zur Verfügung - also philanthropisches Geld, das mit dem Ziel einer Wirkung und nicht mit einem Fokus auf Profite bei uns angelegt ist.

Die Herausforderung

Die eine große Schwierigkeit gibt es nicht - es ist vielmehr eine lange Reihe kleiner, mittelgroßer und großer Hürden. Wenn es einfach wäre, Energie für alle zu liefern, gäbe es nicht 1,2 Milliarden Menschen ohne Energiezugang in der Welt. 

 

Um dennoch Herausforderungen gut meistern zu können, braucht man Passion, Energie und eine gewisse Naivität gekoppelt mit einem guten und engagierten Team – und jeder Einzelne sowie die Organisation muss lernfähig sein.