Lycka.bio - gesund und lecker essen für den guten Zweck

Felix, Johannes und ich haben gemeinsam an der Nordakademie in Elmshorn BWL studiert. Felix und ich haben damals zusammen in einer WG gewohnt. In mehreren Projekten haben wir immer mal wieder darüber nachgedacht, dass wir etwas zusammen gründen wollen. Wir waren unzufrieden in unseren Jobs in Großunternehmen und hatten jeweils Dinge, die uns begeistert haben und die wir verfolgen wollten. Vor allem wollten wir es anders machen und etwas Eigenes aufbauen. Bei mir war es so, dass ich nach und nach gemerkt habe, dass die klassische BWL-Denke nichts für mich ist. Meine beiden Eltern sind Yogalehrer und haben wir ein ganz anderes Weltbild vermittelt, als es in der Wirtschaft aktuell gelebt wird. Als ich für mein Auslandssemester in Seattle war, bin ich dann mit der Social Entrepreneurship Szene in Kontakt gekommen und war auf ein paar Treffen und Konferenzen. Vorher hatte ich schon ein kleines Uni-Projekt namens Hoodies for Hope ins Leben gestartet, bei dem ich Fair-Trade Pullover mit Unilogo an der Uni verkauft habe.

 

Der Gewinn von 5€ pro Pulli ging damals an die SOS Kinderdörfer, die wir eh mit dem Verein Hochschulen bringen Hoffnungen e.V. unterstützt hatten. Das Projekt kam damals gut an und war für mich der Moment, in dem ich realisiert habe – vielleicht geht da ja auch noch etwas anderes als reine Profitmaximierung. Damals hatte ich dann überlegt, ein grünes und faires Modelabel für den guten Zweck zu gründen, so ziemlich das was das Label armedangels macht von der Grundidee her. Zusammen mit Felix und Johannes entstand dann die Idee bessere Lebensmittel zu machen, um damit etwas für Kinder in Not zu tun. Vor allem Felix war damals schon ziemlich bewandert, was gesunde Ernährung angeht und hat da viel vorangetrieben. Meine Begeisterung für Ernährung ist dann eher aus der Unternehmung entstanden.

Unser Geschäftsmodell ist simpel. Wir verkaufen Bio-Lebensmittel über Supermärkte und finanzieren damit Schulmahlzeiten für Kinder in Burundi, Afrika. Unsere Produkte sind Bio Frozen Yogurt in sieben Sorten und jetzt ganz neu unser veganes Eis auf Kokosbasis ohne Kristallzucker. Das haben wir ganz kreativ Coconut Icecream genannt. Außerdem findet man unsere ersten nicht-gefrorenen Produkte in den Supermarktregalen, nämlich unsere Mini Power-Riegel in den Sorten Kakao und Vanille-Mandel. Das sind Bio-Riegel auf Dattelbasis. Jedes der Produkte finanziert durch den Verkauf eine Schulmahlzeit in Burundi.

 

Unsere Zielgruppe sind vor allem Menschen, die auf eine gesunde Ernährung achten und trotzdem leckere Produkte wollen. Wir richten uns da eher nach Interessen und Werten als nach demografischen Merkmalen. Einen Großteil unserer Fans auf Instagram und Facebook sind weiblich, da wir mit Frozen Yogurt angefangen haben und Frozen Yogurt sehr beliebt bei jüngeren Frauen ist. Zukünftig wollen wir aber viele Produkte aus verschiedenen Kategorien machen, insofern sprechen wir mittlerweile auch zunehmend Männer an. Klar ist, dass unsere Zielgruppe auch gerne etwas für Menschen in Not tut und gerne Projekte zur Entwicklungszusammenarbeit unterstützt, wobei das auch in unserer Kommunikation nicht an erster Stelle steht.

Wir setzen zunehmend auf eine sehr hohe Produktqualität in Zusammenspiel mit unserem sozialem Engagement. Dabei haben wir einen Produktentwicklungsprozess nach der Lean Startup-Methode aufgesetzt und wollen so schneller, bessere Produkte auf den Markt bringen. Dabei setzen wir beim Marketing vor allem auf Social Media und neue Formen des Marketings. Da Lebensmittel kapitalintensiv sind, haben wir einiges an Startkapital benötigt, was wir über private Investoren zusammenbekommen haben und mittlerweile auch über Nachhaltigkeitsbanken finanzieren.

 

Wir arbeiten gerade ein Erfolgsbild aus, dass für die nächsten 5-10 Jahre die Richtung vorgeben soll. Dabei soll Lycka einen wichtigen Beitrag für eine Welt ohne Hunger leisten. Gleichzeitig soll das Unternehmen bei starkem Wachstum aber nicht zum Konzern werden, vorher würden wir Ausgründungen ermöglichen oder andere Wege gehen. In fünf Jahren wollen wir ein Co2 neutrales Lebensmittelunternehmen mit einer 100% transparenten und fairen Lieferkette sein, die jährlich mehrere Millionen Schulmahlzeiten ermöglicht.