Tandemploy - Warum sich nicht mit jemandem den Job teilen?

Wie ist die Idee zu Tandemploy entstanden?

Anna: Die Idee zu Tandemploy entstand in unserem vorherigen Job, Jana und ich waren Kolleginnen in einer Personalberatung für die digitale Wirtschaft und dort tagtäglich mit Menschen konfrontiert, die mit ihren Arbeitsbedingungen unzufrieden und auf der Suche nach einem flexibleren Job waren.

Jana: Eine Tandembewerbung von zwei Menschen, die sich eine Führungsposition teilen wollten (um auch auf dieser Position lebensfreundlicher arbeiten zu können) gab dann den Ausschlag. Wir wollten nicht mehr nur über die „Zukunft der Arbeit“ reden, sondern endlich etwas tun - unseren Beitrag dazu leisten, dass sich endlich etwas ändert. Zwei Tage später haben wir beide gekündigt - und los ging’s...

Was genau ist Tandemploy?

Büro Tandemploy

Anna: Angefangen hat alles mit unserer Jobsharing-Plattform Tandemploy.com. Dort können Menschen durch einen Matching-Algorithmus passende Tandempartner finden, mit denen sie dann einen (neuen) Job teilen können. Dabei geht’s um Aufgabenfelder und Jobs, die typischerweise als wenig flexibel gelten: Marketing, Vertrieb, Beratung, IT, Strategie, HR… die Liste ist lang.

 

Jana: Mittlerweile entwickeln wir neben Tandemploy.com aber hauptsächlich Software, die Firmen bei der Flexiblisierung ihrer internen Strukturen und Arbeitsmodelle unterstützt. Mit flex:workz bekommen Firmen einen geschlossenen (cloud-basierten) Raum, in dem sich nur die eigenen Mitarbeiter anmelden, ihr Wissen teilen und auf eigene Faust flexible Arbeits- und Kollaborationsformen organisieren können. Hier findet man also Kollegen innerhalb der eigenen Firma, mit denen man ein Projektteam aufstellen, ein Mentoring organisieren, mal zeitweise den Job tauschen oder ein Jobsharing initiieren kann. Flexibilisierung, die von den Mitarbeitern selber, nicht von HR, gesteuert wird. Das ist in dieser Konsequenz bisher weltweit einzigartig. 

Findet ihr, dass Deutschland gründerfreundlich ist?

Jana: Prinzipiell schon, wir haben von Beginn an und bis heute sehr viel Unterstützung erfahren, von einigen tollen Förderprogrammen profitiert und haben - gerade hier in Berlin - auch eine riesige Auswahl an Gründer- und Netzwerkveranstaltungen. Allerdings gibt es auch Aspekte, bei denen wir uns ein Umdenken wünschen…

 

Anna: In Finanzierungsthemen wünschen wir uns oft mehr Mut und weniger Stromlinienförmigkeit. Viele Investoren klammern sich derart an bestimmte Formen und Parameter, dass sie damit echte Innovation im Keim ersticken können. Die Unterlagen, die sie von Gründern erwarten, sehen dadurch alle fast identisch aus. Die Hockeysticks, Businesspläne und Marktprognosen sind letztlich oft austauschbar und vor allem wenig aussagekräftig. 

 

Jana: Es werden - ganz oft - die falschen Fragen gestellt. Daran erkennt man dann aber auch wiederum schnell einen guten Investor, er stellt die anderen, die guten Fragen, investiert in Menschen, die Vision und das Potential, in den Sinn und die Werte des Unternehmens. 

 

Was war eure größte Herausforderung und wie wurde diese bewältigt?

Interview mit Anna Kaiser und Jana Tepe, die beiden Gründerinnen von Tandemploy
Interview mit Anna Kaiser und Jana Tepe, die beiden Gründerinnen von Tandemploy

Anna: Die eine „größte“ Herausforderung gab es nicht, aber sicherlich viele kleine. Die richtige Finanzierungsform zu finden ist immer ein ganz entscheidendes Thema. Hier geht es nämlich vor allem darum, die passenden Menschen mit an Board zu holen. Am Ende sind Investoren auch Teammitglieder, die in die gleiche Richtung schauen und die Vision des Unternehmens teilen sollten. 

 

Jana: Ein wichtiges Kriterium bei unseren Investorengesprächen war für uns immer, dass wir Sparringspartner finden, mit denen wir gerne an einem Tisch sitzen. Wir wollten uns auf Gesellschaftermeetings freuen können - und das tun wir tatsächlich bis heute.